Die Advokaten, Rechtsanwälte in Feldkirch in Vorarlberg

Haftung des Bauherrn

Der Bauherr hat viele Vorschriften zu beachten. In vielen Fällen haftet der Bauherr direkt. Ein Bauvorhaben sollte sorgfältig geplant und gut finanziert sein. Es lauern aber neben praktischen Schwierigkeiten auch viele rechtliche Gefahren.

Zufahrt

Wenn Lkws und Maschinen Wege, Zäune, Gärten und Vorplätze von Nachbarn beschädigen, muss der Bauherr für die dadurch entstehenden Kosten gerade stehen. Er haftet mitunter auch für Besitzstörungen, die nicht er selbst, sondern mit dem Bau beschäftigte Unternehmen und Personen begangen haben. Diese können zudem zu teuren Baueinstellungen führen. So ist es z.B. nicht ohne weiteres erlaubt, mit einem Kran den Luftraum des Nachbarn zu benützen.

Baumaßnahmen

Im Zuge des Aushubs, bei Pilotierungen und Abbrucharbeiten kann es zu Schäden an benachbarten Gebäuden kommen, welche von Rissen und Senkungen bis zu Einstürzen reichen können. Bereits die mögliche Gefährdung von Nachbarrechten kann zu einem vorübergehenden Bauverbot führen. Bei unprofessionellem Arbeiten besteht die Gefahr, dass enorme Schadenersatzforderungen auf den Bauherrn zukommen. Daher ist es oft sinnvoll, bereits vorab Beweissicherungen durchzuführen und allenfalls Sachverständige zu Rate zu ziehen.

Unfälle

Für die Sicherheit der am Bau tätigen Personen ist an sich der Baukoordinator zuständig. Oft wird aber unter maßgeblicher Mithilfe von Bekannten und Verwandten gebaut. Hier treffen den Bauherrn Verkehrssicherungs-pflichten. Er ist zumindest mitverantwortlich dafür, dass Einrichtungen wie Geländer, Gerüste, Absturzsicherungen usw. vorschriftsmäßig errichtet werden und sich die auf der Baustelle aufhaltenden Personen dementsprechend verhalten. Jeder hat schon Tafeln mit der Aufschrift „Eltern haften für ihre Kinder!“ oder „Betreten der Baustelle verboten!“ gesehen. Nur mit der Anbringung solcher Hinweisschilder ist der Bauherr jedoch noch nicht haftungsfrei.

Ratschlag

Der Bauherr sollte sich ausschließlich Professionisten bedienen, weil diese schon von Gesetzes wegen eine erhöhte Sorgfaltspflicht trifft und Pflichten z.B. auf Architekten oder Bauunternehmer übertragen werden können. Sollten den Fachleuten Fehler unterlaufen, kann er notfalls gegen diese Regress führen oder wird von deren Versicherung schadlos gehalten. Entscheidend sind klare Anweisungen, schriftliche Aufzeichnungen und eine möglichst lückenlose Dokumentation. Zudem sollte eine Haftpflichtversicherung abge-schlossen werden. Um Probleme von vornherein auszuschließen bzw. spätestens wenn sich solche abzeichnen, ist es ratsam einen Rechtsanwalt zu kontaktieren. Er weiß, wie im Streitfall argumentiert wird und welche Maßnahmen beweismäßig zu treffen sind. Auch hier gilt: „Wer schreibt, bleibt!“